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Saphir

Die Korund-Gruppe?

Vermutlich vermögen nur die wenigsten mit dieser Gruppe etwas anzufangen. Dabei besteht sie aus zwei populären Vertretern der Familie der Edelsteine: Rubin und Saphir.

Saphir-Cabochon

All jene Korunde, die nicht rot sind, werden dabei zu den Saphiren gezählt. Diese Unterscheidung macht durchaus Sinn, wenn man sich die Sonderstellung der roten Korunde, also der Rubine vor Augen führt.

…immer blau?

Begeben wir uns in der Zeit zurück in die Antike. Bei einem Edelsteinverkäufer verlangen Sie einen Saphir (gr. "sáppheiros"). Was Ihnen nun vorgelegt wird, ist kein Saphir wie wir ihn heute kennen. Es ist unser heutiger Lapislazuli. Sie meinen, der Mann ist ein Betrüger? Nein, keineswegs – bis ins Mittelalter hinein verbandt man mit dem Wort Saphir in der Regel einen Lapislazuli.

Im ausgehenden 18. Jh. ermittelte der Chemiker und Pharmazeut Martin Heinrich Klaproth (*1743 - †1817) die chemische Zusammensetzung unseres heutigen Saphires: Al2O3 – Aluminiumoxid. Somit war es möglich, das Mineral den Korunden zuzuordnen. Und nun kommen wir zur Farbe: Aluminiumoxid als Mineral ist farblos. Erst winzige Spuren anderer Elemente und deren Kombinationen erzeugen die Farben.

Gelbe Saphire

farbloser Saphir
Sogenannter Leukosaphir, Aluminiumoxid.
Saphir
Saphir allein meint immer die blaue Varietät. Farbgebende Elemente sind Eisen und Titan.
violetter Saphir
Farbgebendes Element ist Vanadium.
gelber und grüner Saphir
Farbgebendes Element ist dreiwertiges Eisen.
rosa Saphir
Farbgebendes Element ist Chrom. Könnte auch zu den Rubinen gezählt werden, würde hier aber bedingt durch die schwache Farbe nur zu den minderen Qualitäten gezählt.
gelboranger – orangegelber Saphir
Wird als Padparadscha (singhalesisch für Lotosblüte) bezeichnet. Farbgebende Elemente sind Chrom, Eisen und Vanadium.

Padparadscha

Man kann der Farbe aber auch auf die Sprünge helfen. So besteht die Möglichkeit, dass man durch Brennen von unscheinbaren, trüben Steinen leuchtend blaue Saphire mit beständigen Farben erhält. Es ist sehr schwer, diese von den natürlichen zu unterscheiden, da dieses Verfahren stets verfeinert wird.

Die begehrteste Farbe ist das sogenannte Kornblumenblau mit einer Spur von Purpur. Ebenso schön sind die königsblauen Saphire. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer Tönungen – vom hellen Eisblau über Himmelblau bis hin zum dunkleren Blau des Enzians.

Sie sehen, das Saphirblau gibt es nicht.

Saphir Farbabstufung

Undurchsichtig oder klar?

Die begehrtesten Saphire sind die klaren, kraftvoll leuchtenden Varietäten. Diese werden fast immer mit Facetten versehen, welche den optischen Reiz weiter steigern.

Steine, die mehr oder weniger undurchsichtig sind, werden in der Regel zu einem Cabochon (ein glatter, kuppelförmiger Schliff) verarbeitet. Einige Saphire zeigen hier durch ausgerichtete Einlagerungen oder winzige Risse einen Katzenaugeneffekt oder einen sechsstrahligen Stern. Diese wunderbaren Lichtspiele wandern bei Bewegung des Saphirs über dessen Oberfläche und sind bei entsprechender Ausprägung außerordentlich begehrt.

Stern-Saphir

Berühmte und große Saphire

Obwohl der Saphir im Vergleich mit dem Rubin lange nicht so selten ist, sind große Steine echte Raritäten. So nennt das American Museum of Natural History (New York) einen wahren Riesen, den „Stern von Indien“, sein eigen. Es heißt, er sei der bislang größte geschliffene Sternsaphir mit 536 ct. Ebenfalls in diesem Museum befindet sich der „Mitternacht-Stern“. Ein schwarzer Sternsaphir von immerhin 116 ct.

Nicht nur der einfache Fels diente den Amerikanern für Skulpturen. Die Köpfe von Washington, Lincoln und Eisenhower wurden auch in drei je 2.000 ct schwere Saphire geschnitten. Ebenfalls in den Vereinigten Staaten von Amerika befindet sich, erworben vom Smithsonian Institution (Washington), der „Stern von Asien“. Wiederum ein Sternsaphir mit einem Gewicht von 330 ct.
Natürlich dürfen in dieser Reihe der „Stuart-Saphir“ und der „St. Edward's Saphir“ nicht fehlen. Diese beiden berühmten Steine gehören zum Kronschatz ihrer königlichen Majestät Elizabeth II und befinden sich im Tower of London (England).

Damit nicht genug – Saphire dienen auch als Besatz bei der Krone des Abendlandes. Die sog. Reichskrone, der Krone des „Heiligen römischen Reiches“ ist neben Perlen und anderen Edelsteinen auch mit Saphiren besetzt. Das Zentrum der Krone unterhalb des Kreuzes beherrschte nach allgemeiner Überzeugung einst ein großer Opal. Als dieser verloren ging, ersetzte man ihn durch einen – Saphir.

Saphir - Gewinnung und Fundorte

Wirtschaftlich bedeutende Lagerstätten befinden sich in Australien, Sri Lanka, Birma und Thailand. Die begehrtesten Saphire mit einem seidig schimmernden, tiefen Kornblumenblau kamen einst aus Kaschmir (Indien). Wie es heißt, sollen die dortigen Vorkommen erschöpft sein. Hier finden sich die Korunde in verwittertem, kaolinisiertem Pegmatit im Zaskar-Gebiet.

Auch in Oberbirma ist Pegmatit das Muttergestein der Saphire. 1966 fand man hier ein Kristall von über 60.000 ct. In der Regel werden hier alluviale (sekundäre) Lagerstätten ausgebeutet.

Sehr schöne Qualitäten kommen auch aus dem Bezirk Chantabun und Kanchanaburi in Thailand. Muttergestein ist hier Marmor bzw. Basalt. Neben diesen Fundorten gibt es weitere Länder, in denen Saphire gefunden werden: Brasilien, Tansania, Kenia, Simbabwe Kambodscha und in den USA.

oft ein leidiges Thema: der Schliff bei Farbsteinen

Das untere Bild zeigt die Vergrößerung eines farblich sehr schönen Saphirs – leider lässt der Schliff und das Finish (die Politur) sehr zu wünschen ürbrig. Ein Fall für den Edelsteinschleifer. Farbsteine werden häufig noch in den Fundländern geschliffen und erzielen dann dort höhere Preise. Für die ansässigen Verkäufer ein wesentlich besseres Geschäft. Leider werden diese Steine auf Gewicht geschliffen – das Ergebniss sehen Sie unten…

Saphir-Schliff

…und künstliche Saphire?

Der Mensch, in diesem Fall der Chemiker Verneuil, ist in dieser Hinsicht sehr erfinderisch. Neben den natürlichen Saphiren gibt seit Beginn des 20. Jh. Synthesen mit sehr ähnlichen Eigenschaften zum natürlichen Vorbild. Sogar Sternsaphire können seit 1947 unter Zugabe von Rutilsubstanz synthetisch hergestellt werden.

Saphir - Eigenschaften

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie die wichtigsten Eigenschaften natürlicher Saphire.

Saphir (Korund-Gruppe)
Farbe: blau in verschiedenen Tönungen, orange, rosa, gelb, grün, violett, schwarz Strichfarbe: weiß
Transparenz: durchsichtig bis undurchsichtig Lichtbrechung: 1,762 - 1,778
Fluoreszenz: blauer Saphir: keine
farbloser Saphir: violett, orangegelb
Dichte: 3,95 - 4,03
Chemie: Al2O3 Aluminiumoxid Härte (n. Mohs): 9
Pleochroismus: blauer Saphir deutlich: tiefblau, grünlichblau
gelber Saphir schwach: gelb, hellgelb
grüner Saphir schwach: grüngelb, gelb
violetter Saphir deutlich: violett, hellrot
Spaltbarkeit: keine

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kornblumenblau