. .

Rubin

Die „kleine“ große Kostbarkeit- der Rubin

Ob es die rote Farbe ist und der dem Diamanten ähnliche Glanz? Ein Rubin von feiner Qualität besitzt eine ganz außergewöhnliche Anziehungskraft und er gehört zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt. Lesen Sie nachfolgend, wie es dazu kommt.

Ein unvergleichliches Rot

Die preisentscheidende Bewertung eines Rubins unterliegt recht subjektiven Eindrücken. So ist es neben den anderen Edelsteinqualitätsmerkmalen in der Tat die Farbe, welche eine wahre Rarität ausmacht. Die Farbtöne reichen von Rosa bis zum dunklen Purpur. Die begehrteste Nuance ist jedoch das satte Karminrot, das „Taubenblutrot“. Für feine Qualitäten werden per carat 30.000 US-Dollar und mehr bezahlt. Einen Spitzenpreis von rund 4,6 Millionen US-Dollar erzielte 1989 ein Rubin von 32,08 carat. Das entspräche heute einer Summe von rund 108.000 Euro per carat (0,2 Gramm)!

Sehr, sehr selten

Ein weiterer Grund für den zum Teil enormen Preis von Rubin ist seine Zusammensetzung. Zusammen mit Saphir bildet Rubin die Korund-Gruppe. Beide, Rubin und Saphir bestehen aus Aluminiumoxid. Rubin jedoch besteht aus einem chromgefärbten Aluminiumoxid. Chrom selbst kommt in der Erdrinde normalerweise nur in großen Tiefen vor. Das heißt, es muss aufsteigen, auf sich gerade verfestigendes Aluminiumoxid treffen und sich damit verbinden! Das ist sehr selten der Fall und darum gibt es auf der Erde nur wenige Rubinvorkommen.

Rubin-Navette

die Zeit und der Rubin

Der dritte Faktor ist die Schwierigkeit, schleifwürdiges Material zu finden. Die Muttergesteine des Rubins sind dolomitisierte Marmore (metamorphe Kalksteine), Gneise und Amphibolite. Die Rubine, welche sich auf und in diesem Gestein befinden, sind häufig so sehr in sich gesplittert, dass an ein Schleifen nicht zu denken ist. Ferner beinhalten so vorgefundene Rubine in der Regel Zonen von unterschiedlicher Farbintensität nebst mancherlei Einschlüssen. Es ist hier äußerst schwierig, größere Steine mit gleichmäßiger Farbe heraus zu schleifen.

Hier hilft die Zeit! In Millionen von Jahren ist das Muttergestein verwittert. Durch Wasser, Sand und Geröll sind die splittrigen Teile abgeschlagen worden. So finden sich vorwiegend in sekundären Lagerstätten schleifwürdige, feste Rubin Kristalle. Diese sind aber nicht immer frei von Einschlüssen. In diesen nur wenige Millimeter bis linsengroßen Stückchen variiert zudem auch noch die Farbe. Es ist daher vermessen, nur aufgrund der Rubinfarbe auf bestimmte Lagerstätten schließen zu wollen. Große, feine Diamanten sind schon selten genug, große, feine Rubine sind ein kleines Wunder.

... ach, ist gar kein Rubin?

Nach dem Sie nun wissen, wie selten ein großer Rubin ist, werden Sie verstehen, das viele vermeintlich echte Rubine in den Schatzkammern und Kronjuwelen in Wirklichkeit keine sind. Erst um 1800 sind Saphir und Rubin der Korund-Gruppe zugeordnet worden. Davor bezeichneten die Menschen auch den roten Spinell und den Granat als Rubin. Diesen Namen trägt er aufgrund der roten Farbe, lat. rubens. Hierzulande hießen alle drei Karfunkelsteine.

Der „große Timur Rubin“ („The great Timur Ruby“) aus dem britischen Kronschatz ist in Wirklichkeit ein wunderschöner roter Spinell. Das gleiche trifft auf den ebenfalls im britischen Kronschatz befindlichen „Rubin des schwarzen Prinzen“ (in der britischen Reichs-Krone „Imperial State Crown“) zu. Diese Aufzählung ließe sich noch erweitern. So ist auch der aus dem Ural stammende „Große Rubin“, der ein Geschenk des Schwedenkönigs an Zarin Katharina die Große war, kein Rubin, sondern vielmehr ein prachtvoller roter Turmalin, ein sogenannter Rubellit. Wie die Geschichtenschreiber zu berichten wissen, sollen die Turmalinvorkommen im Ural zur Regierungszeit der Zarin entdeckt worden sein. Sie, Katharina soll diese als „Sibirische Rubine“ angepriesen haben und bewies so ihren Sinn für Geschäftliches. Gustav III. erkannte diesen Schwindel und zeigte ihr auf seine Weise, wie ein Rubin auszusehen habe ... oder war es damals doch ganz anders?

Rubin

Berühmte, große Rubine

Ja, es gibt sie, die kleinen großen Wunder. Im British Museum of Natural History (London) befindet sich der „Edward-Rubin“ mit 167 ct. Im Smithsonian Intitution (Washington) gibt es den „Reeves-Sternrubin“ mit über 138 ct Gewicht. Der „De-Long-Sternrubin“ befindet sich im American Museum of National History (New York) und wiegt 100 ct. Diese Steine sind unwiederbringlich und natürlich unbezahlbar. Der größte, jemals gefundene Rubin wog sage und schreibe 400 ct. Er wurde in drei Teile zerlegt und kam wie schon viele andere traumhaft schöne Rubine aus Birma.

Rubin - woher kommt er?

Der Anteil an schleifwürdigen Rubinen an ihren Entstehungsorten ist nur sehr gering. Die Gewinnung der Rubine erfolgt vielmehr auf den alluvialen (sekundären) Lagerstätten. Die hohe Dichte des Rubins ermöglicht es, ihn aus den Flusskiesen und Sanden heraus zu waschen. Die Gewinnung mittels Maschinen ist seltener der Fall, die Edelsteine werden in der Regel unter primitiven Bedingungen händisch gewonnen.

Die wichtigsten Rubin Vorkommen befinden sich in Birma, Thailand, Sri Lanka und Tansania. Hier, im nördlichen Teil von Tansania, findet sich ein Zoisitfels (Anyolit), der grünlich gefleckt ist. Er enthält recht große Rubine, die aber selten klar und schleifwürdig sind. Rubine mit Edelsteinqualität finden sich hingegen im Nordosten. Diese Rubine sind häufig von violetter bis braunroter Farbe.

Eine wahre Edelsteinfundgrube sind die Rubin Vorkommen in Oberbirma. In der Nähe von Mogok findet man seit Jahrhunderten die begehrteste Rubinfarbe, das „Taubenblutrot“. Des Weiteren gibt es hier auch Saphir, Topas, Edelberyll sowie Zirkon, Turmalin und Granat.

Im Südwesten der Insel Sri Lanka, im Gebiet von Ratnapura, finden sich überwiegend hell- bis himbeerrote Rubine. Neben diesen Seifen (Illam) werden auch in den umliegenden Fließgewässern Rubine aus den Sanden und Kiesen herausgewaschen.

Aus bis zu acht Meter tiefen Förderschächten kommen die thailändischen Rubine. Sie werden aus überwiegend tonhaltigen Schottern in der Gegend um Chanthaburi, südöstlich von Bankog, gefunden. Die häufigsten Rubin Farben sind hier Rot mit einem Stich ins Violette bzw. einem Stich ins Bräunliche.

An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass die Farbe eines Rubins nur ein Anhaltspunkt im Bezug auf seine Herkunft sein kann. Da die Farben an den einzelnen Fundorten, ja in ein und demselben Rubin stark variieren können, ziehen die Gemmologen auch andere Kriterien wie z. B. die Kristallstruktur zu Rate.

Neben diesen wichtigen Lagerstätten gibt es eine Reihe von anderen, die aber aufgrund ihrer unzureichenden Qualitäten und Mengen keine große Bedeutung haben. Als Beispiel seien hier die Rubin Vorkommen im Tessin (Schweiz) und Norwegen genannt.

Kristallwachstum

Rubin - Verwendung

Der Rubin wird vorwiegend als Schmuckstein verarbeitet und ist als solcher weit verbreitet. Durchsichtige Rubine erhalten in der Regel einen Facetten-Schliff, wie z. B. Treppen- oder Brillantschliffe.

Treppenschliff

Mit einem Cabochonschliff werden die undurchsichtigen Varietäten versehen. Wenn die eingeschlossenen Rutilnadeln entsprechend angeordnet sind, kommt es bei dieser Schliffart zu seidigem Schimmer, Katzenaugeneffekten und sogar zum geschätzten Asterismuseffekt. Hier gleitet ein sechsstrahliger Stern über die Oberfläche des Rubins.

Asterismus

Aufgrund seiner Eigenschaften, hier besonders seine Härte, ist er jedoch auch bei technischen Problemen sehr hilfreich. Neben der Verwendung als Schleif- und Poliermittel wird er als Lagerstein bei Uhrwerken eingesetzt. Hier wird er mit einem zentrischen Loch versehen und sorgt so für eine reibungsarme Lagerung der Zapfen, den Wellen der Zahnräder. Auf den Uhren finden sich dann Schriftzüge wie: „17 Steine“ oder „18 Rubys“. Schon 1888 war der Chemiker Verneuil in der Lage, künstliche Rubine (Synthesen) in Edelsteinqualität herzustellen, welche hier bald zum Einsatz kamen.

Rubin - Eigenschaften

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie die wichtigsten Eigenschaften natürlicher Rubine.

Rubin (Korund-Gruppe)
Farbe: unterschiedliche Rot-Tönungen Strichfarbe: weiß
Transparenz: durchsichtig bis undurchsichtig Lichtbrechung: 1,762 - 1,778
Fluoreszenz: stark: karminrot Dichte: 3,97 - 4,05
Chemie: Al2O3 Aluminiumoxid Härte (n. Mohs): 9
Pleochroismus: gelblich rot, tief karminrot Spaltbarkeit: keine

Zum Seitenanfang

Rubin